Der Weinstock (Joh.15), 03


Weinstöcke wissen,
sie sind sinnlos
am Boden
wenn sie reblos bleiben,
mögen ihre Wurzeln
auch wie wild
im Wasser waten.

  "Leb' los, Freund!"
sagt der Weinstock zur Rebe.
"Sei nicht mehr leblos!
Ich habe Wasser im Überfluss
und starke Äste,
die bis in den Himmel reichen.
Die halten deinen Zweifelsfall
aus."

10.03.2012  ↑    




Epilog: Der Weinstock (Joh.15), 03



Gedicht: Der Weinstock (Joh.15)-03

  Weinstöcke wissen,
sie sind sinnlos
am Boden
wenn sie reblos bleiben,
mögen ihre Wurzeln
auch wie wild
im Wasser waten.

  "Leb' los, Freund!"
sagt der Weinstock zur Rebe.
"Sei nicht mehr leblos!
Ich habe Wasser im Überfluss
und starke Äste,
die bis in den Himmel reichen.
Die halten deinen Zweifelsfall
aus."

 
Bibelstelle – Johannes 15,1 –2 (Luther)

  Ich bin der rechte Weinstock,
und mein Vater der Weingärtner.
Eine jegliche Rebe an mir,
die keine Frucht bringt,
wird er wegnehmen;
und eine jegliche, die Frucht bringt,
wird er reinigen,
dass sie mehr Frucht bringe.

 
â€â™€ Meditation

  Ich höre diese Stimme
nicht als Tadel,
sondern als Einladung.

  Nicht länger am Boden bleiben,
nicht nur versorgt sein
und doch ohne Verbindung.

  Du sprichst mir Leben zu.
Kein perfektes Leben,
sondern eines,
das sich halten lässt.

  Ich bringe Dir meinen Zweifel.
Nicht versteckt,
nicht beschönigt.
Du hältst ihn aus.

  Vielleicht beginnt Belebung heute
nicht mit mehr Kraft,
sondern mit dem Mut,
mich wieder anzuschließen
an das Leben,
das Du mir anbietest.

 
â“ Fragen für den Tag

  1. Wo erlebe ich mich versorgt, aber innerlich getrennt?
2. Was bedeutet es für mich, "loszuleben?"
3. Welche Zweifel bringe ich mit in die Verbindung?
4. Wo traue ich dem Überfluss noch nicht?
5. Was könnte heute ein erster lebendiger Schritt sein?

 
Gebet

  Jesus,
Du sprichst mich lebendig.

  Ich bringe Dir
meine Müdigkeit
und meinen Zweifel.

  Halte mich
an Deinen starken Ästen,
wenn ich mich selbst
nicht halten kann.

  Lass Leben fließen,
wo ich erstarrt bin,
und Vertrauen wachsen
Schritt für Schritt.

 
Körperübung

  **"Sich aufrichten und verbinden."**

  Stelle dich ruhig hin.
Lasse die Arme locker hängen.

  Atme tief ein
und hebe die Arme langsam nach oben.

  Beim Ausatmen
lasse sie seitlich sinken,
als würdest du dich einhängen.

  Beim Einatmen: *Ich lebe.*
Beim Ausatmen: *Ich bin gehalten.*

  Wiederhole dies einige Atemzüge lang.

 
Abendreflexion

  Wo habe ich heute Ermutigung gespürt?
Wo durfte Zweifel da sein?
Welche kleine Belebung nehme ich mit in die Nacht?
Was macht mich dankbar?



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